Die Vorteile über das Leben im Wohnmobil:

Sicherlich muß man über die Vorteile des Lebens in einem Wohnmobil nur wenig Wörter schreiben, denn es liegt klar auf der Hand: -Du kannst dort wohnen wo die Sonne scheint oder wo Du schon immer einmal hin wolltest. -Du musst nie wieder Schnee erleben oder das graue, triste Winterleben in Deutschland mitmachen. -Du bist ortsunabhängig und musst nie wieder Miete bezahlen oder dich mit Deinen nervigen Nachbarn herumstreiten, bezahlst keine Nebenkosten und je nach dem wo Du den Winter verbringst auch keine Heizkosten. Einen Sonnenaufgang mit dem eigenen Wohnmobil am Meer zu erleben und dabei ein leckeres Frühstück zu genießen ist ein wahrer Traum - garantiert! ;-)

Die Nachteile über das Leben im Wohnmobil:

Die Nachteile sind schon deutlich gravierender, bzw. einschneidig: -Deine wahren Freunde sind meist nicht in Reichweite und nur telefonisch oder per Videokonferenz erreichbar und können dadurch auch weniger werden. -Gerade im Ausland, wenn Du die Sprache nicht (gut) sprichst, ist es schwer neue soziale Kontakte zu knüpfen. Dies geschieht meist nur oberflächlich, gesprochen wird mit Händen und Füßen, evtl. etwas englisch oder ein paar Brocken der dort ansässigen Sprache. -Du musst Dir im klaren sein, dass Du beispielsweise bei tagelangem Dauerregen mit Deinem/Deiner Partner/in 24 Stunden am Tag in dem kleinen Van / Wohnmobil zusammen bist. Je größer das WoMo, desto mehr Ausweichmöglichkeiten gibt es. Jedoch haben wir auch schon WoMo-Kollegen kennen gelernt, die selbst in einem großen WoMo ständig nur herumzicken, welches die Beziehung sehr schnell beendet hat, trotz jahrelanger „Harmonie“ im Steinhaus.

Internet im Wohnmobil:

Eine gute Internetverbindung ist genauso wichtig wie genug Sprit im Tank: -Wenn Du einen Vertrag mit bsp. der Telekom hast kommst Du damit in den meisten europäischen Ländern zurecht. Die monatliche Gebühr wird eingezogen und gut ist es. -Wenn nicht brauchst Du eine Prepaidkarte, je nachdem in welchem Land Du Dich aufhältst. Um diese Karte aufzuladen musst Du entweder in einen Handyshop gehen oder Du kannst den Betrag von Deiner (Prepaid-) Kreditkarte abbuchen lassen. -Eine Abbuchung von Deinem deutschen Bankkonto ist nicht möglich. Du brauchst also entweder „Stadtkontakt“ oder eine Kreditkarte. -Eine WiFi-Antenne auf dem Wohnmobil/Van ist ein großer Pluspunkt - denn in vielen europäischen Ländern gibt es bedingt „Gratis-WiFi“ (WLAN). -Auf Camping- bzw Stellplätzen gibt es meist WiFi dazu. Manchmal auch gegen eine kleine Gebühr, die 1,- €/Tag nicht überschreitet.

Strom im Wohnmobil:

Strom ist ein kostbares Gut, ganz anders wie im Steinhaus, wo dieser aus der Wand kommt. Moderne Wohnmobile besitzen eine leistungsstarke Solaranlage mit den passenden Batterien dazu. Dies sind keine herkömmlichen Bleiakkus (wie man sie aus den PKWs kennt) sondern High-Tec Lithium-Batterien. Diese kosten allerdings ein vielfaches der herkömmlichen Batterien. Stromverbraucher wie im Steinhaus (Staubsauger, Kaffeemaschine, Waschmaschine und Trockner) können damit nur bedingt, bzw gar nicht betrieben werden. Es gibt auch sehr viel Geräte welche auf 12 Volt laufen und nicht so viel Strom ziehen. Jedoch kann man sich zur Stromsicherung einen (Notstrom) Generator kaufen, der je nach Geldbeutel 600 bis 6000kW liefert. Trotz allem darf man dabei seine Nachbarn und den Treibstoffverbrauch nicht vergessen! Der Nachbar ist nicht begeistert wenn das Teil die ganze Zeit knattert, stinkt und brummt. Unser Generator liefert 6500 Watt, kostet allerdings als Neuware 12.000 Euro. Oft reicht es allerdings auch wenn man sich ein bis zwei Tage an Landstrom (Strom auf einem Stellplatz, Campingplatz) anschließt um wieder für eine Woche komplett autark zu stehen.

Wasser im Wohnmobil:

Wasser im Wohnmobil / Van ist eine beschränkte Ressource! Du führst nicht nur Frischwasser mit dir, auch das Abwasser, die Fäkalien sind ständig an Bord. Je nach Größe der Tanks vom Frischwasser, Grauwasser (Dusche, Waschbecken und Küche) und Schwarzwasser (der Toilettentank) kannst Du länger oder kürzer autark stehen. In unserem Fall haben wir ca. 300 Liter Frischwasser, welches bei sparsamer Verwendung 1,5 Wochen reicht. Sicherlich ist ein duschen wie im Steinhaus möglich, jedoch sinnlos, da der Tank dann bei einem zwei Personen „Haushalt“ gerade Mal zwei oder drei Tage reicht. In einem Wohnmobil heißt das eher „waschen“ und nicht duschen. Man kommt bei einer gründlichen Reinigung trotz allem mit zehn Litern aus. Das hielten wir anfangs für unmöglich, die Praxis zeigt aber das es funktioniert. Ein tägliches duschen ist dabei nicht vorgesehen. Alle zwei, drei Tage reicht das auch. Zwischendurch kannst Du dich wie früher mit einem Waschlappen reinigen, so wie es in den 70igern noch üblich war. Oder Du fährst eben öfters die Wasserstationen an, was allerdings nach einer Weile sehr nervig ist. Das Wasser wird übrigens durch einen Gasboiler erwärmt, mit einem sehr geringen Fassungsvermögen. Durch Zugabe von kaltem Wasser hat man ca. 20 Liter angenehmes Duschwasser. Wasserboiler die mit Strom betrieben werden sind dank fehlender Autarkie nicht zu empfehlen. Eine Solar-Außendusche kann da weiter helfen.

Krankenkasse und Versicherungen:

Egal wo Du wohnst,egal wo Du lebst - die KFZ-Steuer und Versicherung ist ein Muss! Bei der Krankenkasse sieht es allerdings etwas anders aus: Wenn Du dich krankenversichern musst oder darfst oder willst kommst Du um eine Auslandsversicherung nicht herum. Wir haben beispielsweise eine vollwertige Auslands-Versicherung bei der Hanse Merkur abgeschlossen. Diese gilt erst für ein Jahr, kann dann aber bis zu fünf Jahren verlängert werden. Die Kosten hierfür sind nur 35,-€ / Monat. Die ehemalige KKV (BKKXX) schreibt in regelmäßigen Abständen „wichtige“ Briefe um damit sehr viel Geld einzutreiben, mit lediglich einem Anruf hat sich das aber dann auch erledigt. Denn die Auslands-Versicherung ist eine vollwertige Krankenkasse. Sicherlich gibt es noch andere Anbieter, jedoch darf man diese nicht verwechseln, z.B. mit einer ADAC Zusatzversicherung. Das hat damit nichts zu tun.*

Meldeadresse:

Im Internet, besonders auf sozialen Netzwerken, findet man immer wieder den Hinweis, dass eine Meldeadresse zwingend nötig ist. Dies ist nicht der Fall! Du kannst Dich ohne weiteres als wohnungslos melden (im Personalausweis steht dann: „ohne festen Wohnsitz“) und Du kannst trotzdem ein Wohnmobil anmelden und es versichern. Sicherlich ist das kein alltäglicher Zustand! Bevor Du Dich in irgendeiner Form abmeldest solltest Du bereits vorher mit Deinem Versicherungsmakler, bzw. dem Landratsamt Kontakt aufgenommen haben um dieses zu klären. Übrigens: Je freundlicher Du zu den Mitarbeitern / Beamten bist, umso größer ist Deine Chance auf Erfolg. Sicherlich ist es einfacher wenn Du Dich bei Deinen Eltern oder bei einem Freund anmeldest, jedoch macht dieser sich dann strafbar wenn Dein fester Wohnsitz dort nicht ist!!! Eine Meldeadresse bei einem Freund oder Eltern zu registrieren mach bitte nur dann wenn Du eine wirklich weiße Weste hast. Ansonsten bringst Du Deine Eltern /Freunde auch noch in Schwierigkeiten. Das Wichtigste jedoch ist: Du brauchst einen Freund / Anwalt / Familienmitglied der dauerhaft in Deutschland wohnt und Deine Rechte / Pflichten vertritt und mittels einer Vollmacht Entscheidungen treffen darf (Vollmacht, Postadresse). Dort kommt die Post vom Finanzamt etc an und er ist in Verantwortung! Dort kannst / musst Du auch Dein WoMo anmelden. Ganz ohne funktioniert das noch nicht (nur in Ausnahmefällen, wenn Dich alle Beamte, Personen persönlich kennen, jedoch ohne rechtlicher Grundlage!). Auch der Traum dass Du vom Arbeitslosengeld oder vom Sozialgeld, Kindergeld leben kannst funktioniert nicht! Es handelt sich hierbei um kommunale Leistungen die bei einer Abreise wegfallen! Wenn Du dauerhaft auf einem Campingplatz in Deutschland leben möchtest musst Du beim Campingplatzbetreiber abklären ob Du Dich dort anmelden kannst. Gesetzlich gesehen musst Du Dich spätestens nach 14 Tagen WoMo-Leben ab- oder ummelden!*

Einkommen, Vanlife finanzieren:

Dank dem Internet gibt es heutzutage so viele Möglichkeiten Geld zu verdienen wie niemals zuvor. Selbst dank dem großen „C“ (ihr wisst schon - Corina, oder so…) haben Arbeitgeber gelernt das Homeoffice funktioniert und lohnt. Mit einer Festanstellung hat sich auch das leidige Thema der Krankenkasse quasi in Luft aufgelöst. Rede mit Deinem Chef offen und ehrlich über Deine Wünsche! Klar, bei einem Handwerker hat sich das Thema erledigt. Jedoch gibt es so viele Möglichkeiten. Anfangs (2017) hatte ich so viel schiss was wir essen sollen und wie wir alles bezahlen sollen. Meine Sorgen waren aber voll überflüssig (bis jetzt - drei Mal auf Holz geklopft). Wir arbeiten beispielsweise als Gestalter (was wir auch gelernt haben) für Homepages, große Internetauftritte, wir gestalten Logos, Flyer, Broschüren und Kataloge. Wir haben unsere Prozesse und Werkzeuge so in Einsatz gebracht, dass es auch über weite Entfernungen funktioniert (siehe Internet und Strom). Um anständige Rechnungen schreiben zu können musst Du Inhaber oder Teilhaber einer Unternehmensgesellschaft sein (UG oder GmbH). Ein zweiter Mann (Frau) ist dazu notwendig, denn Du benötigst eine ladungsfähige Adresse! Auch deshalb ist es immer wichtig erreichbar zu sein (siehe Internet).

Kochen im Wohnmobil:

Wie kommen wir an unsere Post:

Wir haben keine feste Postadresse, aber man kann sich überall seine Post (Pakete) hinschicken lassen. Die „normale“ Post geht nach Deutschland an unsere Post-/Meldeadresse, die Pakete mit Ersatzteilen o.ä. kommen an den Campingplatz oder an das Postamt in der Nähe. Gehe einfach in das Postamt Deiner Nähe, frage nach der Adresse, bzw nach der Möglichkeit das Paket Postlagernd zusenden zulassen. Mit Deinem Personalausweis kannst Du dann das Paket abholen.

Leben im Wohnmobil ist wie im Dauerurlaub:

Nein!!! Das dauerhafte Leben im Wohnmobil ist genauso mit Alltagssorgen und Arbeit behaftet wie im Steinhaus. Nur viel, viel weniger. Du brauchst weniger Geld (je nach Lebensstil), hast weniger zu arbeiten und das Wetter ist meist besser. Aber mit Urlaub hat das nichts zu tun. Das Wohnmobil muss ständig gewartet werden, es ist nicht immer Sonnenschein und arbeiten musst Du auch. Dafür ist es freundlicher, wärmer und abenteuerlustiger ;-)

Unser Fazit im 5. Jahr Vanlife:

Wir haben nichts falsch gemacht und bereuen gar nichts. Jederzeit wieder. Schade nur, dass wir erst 2017 damit angefangen haben, jedoch können wir es jetzt (vielleicht noch viel mehr) genießen. Sicherlich müssen wir in vielen Dingen etwas zurück stecken, dafür haben wir jetzt ein Leben, welches im Schwarzwald, in Betzweiler, nicht möglich ist! Enjoy your life - das gibt es nur einmal und ist kürzer als Du denkst. *die mit „*“ gekennzeichneten Artikel sind Erfahrungswerte und Gesetzeslagen. Bitte prüfe das im einzelnen!
Das Kochen funktioniert fast wie im Steinhaus. Es muss nur ein Auge auf den Wasserdampf gelegt werden, damit nichts feucht wird. Wir haben einen vier-flammigen Gasherd mit Backofen und einen Kühlschrank mit Gefriereinheit. Der Kühlschrank funktioniert in der Regel mit Gas, 12 Volt und auch 230 Volt. Oft haben Vans keinen Backofen, dafür gibt es aber einen Omnia Ofen. Das ist eine Art Ersatzbackofen, der aber auch gut funktioniert. Tiefkühlpizzen kann man darin jedoch nicht zubereiten. Persönliche Anmerkung: Unter „Besoffen kochen“ findest Du tolle WoMo-koch-Rezepte ;-)

TÜV im Ausland:

Der TÜV ist eine deutsche Institution. Im Ausland gibt es keinen TÜV. In Spanien heißt das vergleichbare Modell „itv“. Der itv ist nicht der TÜV. Ich schreibe das hier so ausführlich, da es gerade in den sozialen Netzwerken sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt. Hier nun die Klarstellung: Wenn Du im Ausland bist und Dein TÜV ist abgelaufen passiert erst einmal nichts. Das ist erlaubt. Denn der TÜV ist deutsch und wenn Du keinen TÜV hast und nicht in Deutschland bist kannst Du keinen TÜV machen. Aber Vorsicht! Wenn Dein Wohnmobil / Van offensichtliche, nicht verkehrstüchtige Mängel hat kann jeder Polizist Dein Fahrzeug stilllegen. Das jedoch ist nur das kleinere Problem: Wenn Du ohne TÜV in einem Unfall verwickelt bist (schuldig oder unschuldig ist völlig egal), hast Du auf alle Fälle die A***Karte gezogen. Denn nun bist Du in der Beweispflicht das Dein WoMo in einem technisch einwandfreien, verkehrstüchtigen Zustand ist. Der Versicherungsschutz erlischt ohne eine gültige TÜV-Plakette!!! Um für den Fall der Fälle etwas vorzusorgen besuchen wir in regelmäßigen Abständen nicht nur die Werkstatt! Als wir Ende 2020 neue Reifen gekauft haben, haben wir auch den „itv“, der direkt neben der Bremsen und Reifen-Werkstatt ansässig ist, besucht. Gegen eine kleine Gebühr wurde der Digge auf spanische Art (und diese Art ist genauso deutsch) geprüft und wir haben einen (spanischen) Bericht erhalten. Das ging sicherlich nur mit einem bisschen Glück und sehr viel Freundlichkeit dem itv-Prüfer gegenüber. Ich weiß nicht ob das etwas bringt, im Falle eines Unfalls, aber ich habe ein gutes Gefühl dabei. *

Wäsche waschen im Wohnmobil:

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Wir haben eine Waschmaschine und einen Trockner an Bord. Andere Wohnmobilnisten nutzen Waschsalons und Waschmaschinen auf Stellplätzen und Campingplätzen. In Frankreich, Spanien und Portugal sind an vielen Supermärkten öffentliche Waschmaschinen-Plätze, ähnlich wie Container oder Minihäuschen. Außerdem kann man sich im Internet auf Maps-Google oder auch auf Park4Night informieren wo solche Waschhäuschen stehen.

Die Vorteile über das Leben im

Wohnmobil:

Sicherlich muß man über die Vorteile des Lebens in einem Wohnmobil nur wenig Wörter schreiben, denn es liegt klar auf der Hand: -Du kannst dort wohnen wo die Sonne scheint oder wo Du schon immer einmal hin wolltest. -Du musst nie wieder Schnee erleben oder das graue, triste Winterleben in Deutschland mitmachen. -Du bist ortsunabhängig und musst nie wieder Miete bezahlen oder dich mit Deinen nervigen Nachbarn herumstreiten, bezahlst keine Nebenkosten und je nach dem wo Du den Winter verbringst auch keine Heizkosten. Einen Sonnenaufgang mit dem eigenen Wohnmobil am Meer zu erleben und dabei ein leckeres Frühstück zu genießen ist ein wahrer Traum - garantiert! ;-)

Die Nachteile über das Leben im

Wohnmobil:

Die Nachteile sind schon deutlich gravierender, bzw. einschneidig: -Deine wahren Freunde sind meist nicht in Reichweite und nur telefonisch oder per Videokonferenz erreichbar und können dadurch auch weniger werden. -Gerade im Ausland, wenn Du die Sprache nicht (gut) sprichst, ist es schwer neue soziale Kontakte zu knüpfen. Dies geschieht meist nur oberflächlich, gesprochen wird mit Händen und Füßen, evtl. etwas englisch oder ein paar Brocken der dort ansässigen Sprache. -Du musst Dir im klaren sein, dass Du beispielsweise bei tagelangem Dauerregen mit Deinem/Deiner Partner/in 24 Stunden am Tag in dem kleinen Van / Wohnmobil zusammen bist. Je größer das WoMo, desto mehr Ausweichmöglichkeiten gibt es. Jedoch haben wir auch schon WoMo-Kollegen kennen gelernt, die selbst in einem großen WoMo ständig nur herumzicken, welches die Beziehung sehr schnell beendet hat, trotz jahrelanger „Harmonie“ im Steinhaus.

Internet im Wohnmobil:

Eine gute Internetverbindung ist genauso wichtig wie genug Sprit im Tank: -Wenn Du einen Vertrag mit bsp. der Telekom hast kommst Du damit in den meisten europäischen Ländern zurecht. Die monatliche Gebühr wird eingezogen und gut ist es. -Wenn nicht brauchst Du eine Prepaidkarte, je nachdem in welchem Land Du Dich aufhältst. Um diese Karte aufzuladen musst Du entweder in einen Handyshop gehen oder Du kannst den Betrag von Deiner (Prepaid-) Kreditkarte abbuchen lassen. -Eine Abbuchung von Deinem deutschen Bankkonto ist nicht möglich. Du brauchst also entweder „Stadtkontakt“ oder eine Kreditkarte. -Eine WiFi-Antenne auf dem Wohnmobil/Van ist ein großer Pluspunkt - denn in vielen europäischen Ländern gibt es bedingt „Gratis-WiFi“ (WLAN). -Auf Camping- bzw Stellplätzen gibt es meist WiFi dazu. Manchmal auch gegen eine kleine Gebühr, die 1,- €/Tag nicht überschreitet.

Strom im Wohnmobil:

Strom ist ein kostbares Gut, ganz anders wie im Steinhaus, wo dieser aus der Wand kommt. Moderne Wohnmobile besitzen eine leistungsstarke Solaranlage mit den passenden Batterien dazu. Dies sind keine herkömmlichen Bleiakkus (wie man sie aus den PKWs kennt) sondern High-Tec Lithium-Batterien. Diese kosten allerdings ein vielfaches der herkömmlichen Batterien. Stromverbraucher wie im Steinhaus (Staubsauger, Kaffeemaschine, Waschmaschine und Trockner) können damit nur bedingt, bzw gar nicht betrieben werden. Es gibt auch sehr viel Geräte welche auf 12 Volt laufen und nicht so viel Strom ziehen. Jedoch kann man sich zur Stromsicherung einen (Notstrom) Generator kaufen, der je nach Geldbeutel 600 bis 6000kW liefert. Trotz allem darf man dabei seine Nachbarn und den Treibstoffverbrauch nicht vergessen! Der Nachbar ist nicht begeistert wenn das Teil die ganze Zeit knattert, stinkt und brummt. Unser Generator liefert 6500 Watt, kostet allerdings als Neuware 12.000 Euro. Oft reicht es allerdings auch wenn man sich ein bis zwei Tage an Landstrom (Strom auf einem Stellplatz, Campingplatz) anschließt um wieder für eine Woche komplett autark zu stehen.

Wasser im Wohnmobil:

Wasser im Wohnmobil / Van ist eine beschränkte Ressource! Du führst nicht nur Frischwasser mit dir, auch das Abwasser, die Fäkalien sind ständig an Bord. Je nach Größe der Tanks vom Frischwasser, Grauwasser (Dusche, Waschbecken und Küche) und Schwarzwasser (der Toilettentank) kannst Du länger oder kürzer autark stehen. In unserem Fall haben wir ca. 300 Liter Frischwasser, welches bei sparsamer Verwendung 1,5 Wochen reicht. Sicherlich ist ein duschen wie im Steinhaus möglich, jedoch sinnlos, da der Tank dann bei einem zwei Personen „Haushalt“ gerade Mal zwei oder drei Tage reicht. In einem Wohnmobil heißt das eher „waschen“ und nicht duschen. Man kommt bei einer gründlichen Reinigung trotz allem mit zehn Litern aus. Das hielten wir anfangs für unmöglich, die Praxis zeigt aber das es funktioniert. Ein tägliches duschen ist dabei nicht vorgesehen. Alle zwei, drei Tage reicht das auch. Zwischendurch kannst Du dich wie früher mit einem Waschlappen reinigen, so wie es in den 70igern noch üblich war. Oder Du fährst eben öfters die Wasserstationen an, was allerdings nach einer Weile sehr nervig ist. Das Wasser wird übrigens durch einen Gasboiler erwärmt, mit einem sehr geringen Fassungsvermögen. Durch Zugabe von kaltem Wasser hat man ca. 20 Liter angenehmes Duschwasser. Wasserboiler die mit Strom betrieben werden sind dank fehlender Autarkie nicht zu empfehlen. Eine Solar-Außendusche kann da weiter helfen.

Krankenkasse und Versicherungen:

Egal wo Du wohnst,egal wo Du lebst - die KFZ-Steuer und Versicherung ist ein Muss! Bei der Krankenkasse sieht es allerdings etwas anders aus: Wenn Du dich krankenversichern musst oder darfst oder willst kommst Du um eine Auslandsversicherung nicht herum. Wir haben beispielsweise eine vollwertige Auslands-Versicherung bei der Hanse Merkur abgeschlossen. Diese gilt erst für ein Jahr, kann dann aber bis zu fünf Jahren verlängert werden. Die Kosten hierfür sind nur 35,-€ / Monat. Die ehemalige KKV (BKKXX) schreibt in regelmäßigen Abständen „wichtige“ Briefe um damit sehr viel Geld einzutreiben, mit lediglich einem Anruf hat sich das aber dann auch erledigt. Denn die Auslands-Versicherung ist eine vollwertige Krankenkasse. Sicherlich gibt es noch andere Anbieter, jedoch darf man diese nicht verwechseln, z.B. mit einer ADAC Zusatzversicherung. Das hat damit nichts zu tun.*

Meldeadresse:

Im Internet, besonders auf sozialen Netzwerken, findet man immer wieder den Hinweis, dass eine Meldeadresse zwingend nötig ist. Dies ist nicht der Fall! Du kannst Dich ohne weiteres als wohnungslos melden (im Personalausweis steht dann: „ohne festen Wohnsitz“) und Du kannst trotzdem ein Wohnmobil anmelden und es versichern. Sicherlich ist das kein alltäglicher Zustand! Bevor Du Dich in irgendeiner Form abmeldest solltest Du bereits vorher mit Deinem Versicherungsmakler, bzw. dem Landratsamt Kontakt aufgenommen haben um dieses zu klären. Übrigens: Je freundlicher Du zu den Mitarbeitern / Beamten bist, umso größer ist Deine Chance auf Erfolg. Sicherlich ist es einfacher wenn Du Dich bei Deinen Eltern oder bei einem Freund anmeldest, jedoch macht dieser sich dann strafbar wenn Dein fester Wohnsitz dort nicht ist!!! Eine Meldeadresse bei einem Freund oder Eltern zu registrieren mach bitte nur dann wenn Du eine wirklich weiße Weste hast. Ansonsten bringst Du Deine Eltern /Freunde auch noch in Schwierigkeiten. Das Wichtigste jedoch ist: Du brauchst einen Freund / Anwalt / Familienmitglied der dauerhaft in Deutschland wohnt und Deine Rechte / Pflichten vertritt und mittels einer Vollmacht Entscheidungen treffen darf (Vollmacht, Postadresse). Dort kommt die Post vom Finanzamt etc an und er ist in Verantwortung! Dort kannst / musst Du auch Dein WoMo anmelden. Ganz ohne funktioniert das noch nicht (nur in Ausnahmefällen, wenn Dich alle Beamte, Personen persönlich kennen, jedoch ohne rechtlicher Grundlage!). Auch der Traum dass Du vom Arbeitslosengeld oder vom Sozialgeld, Kindergeld leben kannst funktioniert nicht! Es handelt sich hierbei um kommunale Leistungen die bei einer Abreise wegfallen! Wenn Du dauerhaft auf einem Campingplatz in Deutschland leben möchtest musst Du beim Campingplatzbetreiber abklären ob Du Dich dort anmelden kannst. Gesetzlich gesehen musst Du Dich spätestens nach 14 Tagen WoMo-Leben ab- oder ummelden!*

Einkommen, Vanlife finanzieren:

Dank dem Internet gibt es heutzutage so viele Möglichkeiten Geld zu verdienen wie niemals zuvor. Selbst dank dem großen „C“ (ihr wisst schon - Corina, oder so…) haben Arbeitgeber gelernt das Homeoffice funktioniert und lohnt. Mit einer Festanstellung hat sich auch das leidige Thema der Krankenkasse quasi in Luft aufgelöst. Rede mit Deinem Chef offen und ehrlich über Deine Wünsche! Klar, bei einem Handwerker hat sich das Thema erledigt. Jedoch gibt es so viele Möglichkeiten. Anfangs (2017) hatte ich so viel schiss was wir essen sollen und wie wir alles bezahlen sollen. Meine Sorgen waren aber voll überflüssig (bis jetzt - drei Mal auf Holz geklopft). Wir arbeiten beispielsweise als Gestalter (was wir auch gelernt haben) für Homepages, große Internetauftritte, wir gestalten Logos, Flyer, Broschüren und Kataloge. Wir haben unsere Prozesse und Werkzeuge so in Einsatz gebracht, dass es auch über weite Entfernungen funktioniert (siehe Internet und Strom). Um anständige Rechnungen schreiben zu können musst Du Inhaber oder Teilhaber einer Unternehmensgesellschaft sein (UG oder GmbH). Ein zweiter Mann (Frau) ist dazu notwendig, denn Du benötigst eine ladungsfähige Adresse! Auch deshalb ist es immer wichtig erreichbar zu sein (siehe Internet).

Kochen im Wohnmobil:

Wie kommen wir an unsere Post:

Wir haben keine feste Postadresse, aber man kann sich überall seine Post (Pakete) hinschicken lassen. Die „normale“ Post geht nach Deutschland an unsere Post-/Meldeadresse, die Pakete mit Ersatzteilen o.ä. kommen an den Campingplatz oder an das Postamt in der Nähe. Gehe einfach in das Postamt Deiner Nähe, frage nach der Adresse, bzw nach der Möglichkeit das Paket Postlagernd zusenden zulassen. Mit Deinem Personalausweis kannst Du dann das Paket abholen.

Leben im Wohnmobil ist wie im

Dauerurlaub:

Nein!!! Das dauerhafte Leben im Wohnmobil ist genauso mit Alltagssorgen und Arbeit behaftet wie im Steinhaus. Nur viel, viel weniger. Du brauchst weniger Geld (je nach Lebensstil), hast weniger zu arbeiten und das Wetter ist meist besser. Aber mit Urlaub hat das nichts zu tun. Das Wohnmobil muss ständig gewartet werden, es ist nicht immer Sonnenschein und arbeiten musst Du auch. Dafür ist es freundlicher, wärmer und abenteuerlustiger ;-)

Unser Fazit im 5. Jahr Vanlife:

Wir haben nichts falsch gemacht und bereuen gar nichts. Jederzeit wieder. Schade nur, dass wir erst 2017 damit angefangen haben, jedoch können wir es jetzt (vielleicht noch viel mehr) genießen. Sicherlich müssen wir in vielen Dingen etwas zurück stecken, dafür haben wir jetzt ein Leben, welches im Schwarzwald, in Betzweiler, nicht möglich ist! Enjoy your life - das gibt es nur einmal und ist kürzer als Du denkst. *die mit „*“ gekennzeichneten Artikel sind Erfahrungswerte und Gesetzeslagen. Bitte prüfe das im einzelnen!
Das Kochen funktioniert fast wie im Steinhaus. Es muss nur ein Auge auf den Wasserdampf gelegt werden, damit nichts feucht wird. Wir haben einen vier-flammigen Gasherd mit Backofen und einen Kühlschrank mit Gefriereinheit. Der Kühlschrank funktioniert in der Regel mit Gas, 12 Volt und auch 230 Volt. Oft haben Vans keinen Backofen, dafür gibt es aber einen Omnia Ofen. Das ist eine Art Ersatzbackofen, der aber auch gut funktioniert. Tiefkühlpizzen kann man darin jedoch nicht zubereiten. Persönliche Anmerkung: Unter „Besoffen kochen“ findest Du tolle WoMo-koch-Rezepte ;-)

TÜV im Ausland:

Der TÜV ist eine deutsche Institution. Im Ausland gibt es keinen TÜV. In Spanien heißt das vergleichbare Modell „itv“. Der itv ist nicht der TÜV. Ich schreibe das hier so ausführlich, da es gerade in den sozialen Netzwerken sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt. Hier nun die Klarstellung: Wenn Du im Ausland bist und Dein TÜV ist abgelaufen passiert erst einmal nichts. Das ist erlaubt. Denn der TÜV ist deutsch und wenn Du keinen TÜV hast und nicht in Deutschland bist kannst Du keinen TÜV machen. Aber Vorsicht! Wenn Dein Wohnmobil / Van offensichtliche, nicht verkehrstüchtige Mängel hat kann jeder Polizist Dein Fahrzeug stilllegen. Das jedoch ist nur das kleinere Problem: Wenn Du ohne TÜV in einem Unfall verwickelt bist (schuldig oder unschuldig ist völlig egal), hast Du auf alle Fälle die A***Karte gezogen. Denn nun bist Du in der Beweispflicht das Dein WoMo in einem technisch einwandfreien, verkehrstüchtigen Zustand ist. Der Versicherungsschutz erlischt ohne eine gültige TÜV- Plakette!!! Um für den Fall der Fälle etwas vorzusorgen besuchen wir in regelmäßigen Abständen nicht nur die Werkstatt! Als wir Ende 2020 neue Reifen gekauft haben, haben wir auch den „itv“, der direkt neben der Bremsen und Reifen-Werkstatt ansässig ist, besucht. Gegen eine kleine Gebühr wurde der Digge auf spanische Art (und diese Art ist genauso deutsch) geprüft und wir haben einen (spanischen) Bericht erhalten. Das ging sicherlich nur mit einem bisschen Glück und sehr viel Freundlichkeit dem itv-Prüfer gegenüber. Ich weiß nicht ob das etwas bringt, im Falle eines Unfalls, aber ich habe ein gutes Gefühl dabei. *

Wäsche waschen im Wohnmobil:

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Wir haben eine Waschmaschine und einen Trockner an Bord. Andere Wohnmobilnisten nutzen Waschsalons und Waschmaschinen auf Stellplätzen und Campingplätzen. In Frankreich, Spanien und Portugal sind an vielen Supermärkten öffentliche Waschmaschinen-Plätze, ähnlich wie Container oder Minihäuschen. Außerdem kann man sich im Internet auf Maps- Google oder auch auf Park4Night informieren wo solche Waschhäuschen stehen.